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20.09.2004 15:33
WALTENSCHWIL
Ein «Top Model» aus dem Freiamt
Die junge Rachida Betschart wurde aus
16 Schweizer Mitbewerberinnen für das Finale des «Top Model of the
World» im Fernen Osten auserkoren.
Organisiert wird die Wahl zum «Top
Model of the World 2004» von der World Beauty Organisation (WBO)
respektive deren europäischen Filiale im deutschen Bergheim. 50
Mädchen aus 50 Ländern nehmen teil. Die Waltenschwilerin Rachida
Betschart vertritt die Schweiz.
Sie schaut verwundert. Und
trotzdem: Ihre grossen rehbraunen Augen verraten eine gesunde
Skepsis. Sie wirkt und gibt sich älter, als sie ist. Am 28. November
wird Rachida Betschart 16 Jahre alt. Ein Mädchen also. Keine Angst
vor einer so weiten Reise?: «Im Gegenteil», meint Rachida
unbefangen. «Ich weiss, dass mein Vater für alles besorgt ist, und
wenn er nicht sein OK gibt, gehe ich auch nicht.»
Vater ist
Manager
Doch Vater Adrian bremst das Unterfangen nicht. Im
Gegenteil: Er fördert die Bemühungen seiner Stieftochter und ist ihr
eigentlicher Manager. Das «Modeln» ist Rachidas Traumberuf. Und sie
hat auch schon einschlägige Erfahrungen. In einer Pariser Disco
belegte sie im vergangenen Dezember Platz 4. Sie nahm an der Wahl
zur Miss Yokohama (Autoreifen) 2004 teil und war Model des Monats
Mai 2004 bei Muchodito, einer deutschen Modelagentur.
Der
Trip nach China dauert von Ende Oktober bis Mitte November. Bewerben
musste sich Rachida lediglich mit Fotos. Ein persönliches Treffen
fand noch nicht statt. Ob ihre dunkle Haut – Rachidas Mutter stammt
aus Algerien – in China gut ankommt, weiss Rachida nicht. «Auf alle
Fälle war es bis jetzt nie ein Hindernis», erzählt sie unbekümmert.
Kein Wunder, dass sie Naomi Campbell als grosses Vorbild angibt.
Seit ihrem zweiten Lebensjahr lebt Rachida in der Schweiz.
Aus Cannes gekommen, zog die Familie zuerst nach Niederwil, später
nach Waltenschwil. «Ich fühle mich wohl hier auf dem Land», sagt
Rachida. «Ab und zu geh ich mit meiner besten Freundin nach Aarau
oder Zürich shoppen.» Und ihre beste Freundin Rosa Caputo meint:
«Mit Rachida shoppen gehen ist mega cool. Sie ist immer aufgestellt.
Ich finde es toll, wenn sie als Model Karriere macht. Sie ist gross
und sieht toll aus.»
Rachida besucht in Wohlen das zehnte
Schuljahr, die Berufswahlschule. In der Konditorei Kuhn hat sie eine
Schnupperlehre absolviert. «Es war gut. Aber das frühe Aufstehen ist
brutal», sagt sie. Die Mutter legt Wert auf eine gute Ausbildung,
aber steht hinter den Karriereplänen ihrer Tochter.
Ein
verschämter Blick von Rachida durchs Fenster in die frühherbstliche
Freiämter Landschaft. Vielleicht wird sie sich in ein paar Jahren,
wenn sie zwischen zwei Fotoshootings aus dem Fenster eines noblen
Mailänder Hotels schaut, daran erinnern, wie es damals war, als
Mädchen, zu Hause in Waltenschwil? (az/heh/hst)
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